Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ist kein unbeschriebenes Blatt. Dass sie bereits vor mehr als 10 Jahren als Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium die Zerstörung der deutschen Solarindustrie umgesetzt und damit über 100.000 Arbeitsplätze vernichtet hat, ist kein Geheimnis.
Jetzt will sie die verlässliche Einspeisevergütung für kleinere Photovoltaikanlagen ersatzlos streichen – da die Vergütung (7,78 bzw. 6,73 Cent pro kWh) angeblich zu teuer sei.
Doch als ehrenamtliche Berater erleben wir Woche für Woche, dass genau diese 7,78 Cent den Unterschied ausmachen, ob sich eine Photovoltaikanlage, insbesondere für ältere Menschen, die oft sehr sparsam leben, überhaupt noch rechnet. Statt das Dach vollzupacken, wird es ohne Einspeisevergütung nur noch ein Balkonkraftwerk.
Dabei brauchen wir jedes Dach, da wir die PV-Leistung in Deutschland in den kommenden 20 Jahren noch um Faktor 3,5 steigern müssen! Und das Argument mit dem angeblich teuren Solarstrom zieht nicht. Hohe Strompreise haben andere Ursachen – dazu unten mehr!
Bitte diese 3 Petitionen unterschreiben und teilen!
Hier gibt es 3 Petitionen zu unterschreiben und zu teilen. Und sprecht bitte auch Leute in eurem Bekanntenkreis auf das Thema an. Danke!
- Stoppt Reiches Angriff auf die Sonnenenergie – Petition von Sven Giegold auf Inn.It
- Lobby-Ministerin Reiche Stoppen – Petition bei Campact
- Rettet die Erneuerbaren Energien – Petition der BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN
Hintergründe
Mir fehlt leider heute die Zeit, um mehr zu schreiben. Aber wichtig ist, dass wir folgende Punkte im Hintergrund haben:
Die aktuellen globalen Krisen treffen die deutsche Bevölkerung und die deutsche Wirtschaft besonders hart, weil die kurzsichtige Energiepolitik v.a. unter Kanzlerin Merkel uns von importiertem, klimaschädlichen Erdgas abhängig gemacht hat, und wir auch immer noch zu sehr von Erdöl abhängig sind. Weitsichtige Politik hätte das deutlich abgemildert.
Um die Strompreise zu senken, gibt es Lösungen, die wirklich helfen würden:
- Einsatz von teurem Erdgas reduzieren, vor allem durch Energiespeicher, Windkraftausbau, Stromnetzausbau und Digitalisierung.
- Übergewinne der Übertragungsnetzbetreiber (Oligopol) durch Regulierung und Verstaatlichung reduzieren. Das Geld muss in den Netzausbau investiert werden, statt bei Shareholdern.
- Aufteilung Deutschlands in 2 Strompreiszonen und dadurch deutliche Reduzierung der Redispatchkosten.
- Windkraft auch in Bayern ausbauen, damit dort auch im Winter genug Strom vorhanden ist und keine teuren Gaskraftwerke laufen müssen.
- Flexibilisierung der Biogasanlagen fördern.
- Netzanschlüsse für Batteriespeicher und neue EE-Anlagen beschleunigen.
- Smart Meter Rollout und Energy Sharing vollumfänglich umsetzen wie in Österreich schon seit Jahren.
Frau Reiche plant an vielen Stellen leider das Gegenteil.

